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Eifelverein Koblenz fuhr nach Marburg

Eine kulturelle Exkursion führte 58 Mitglieder des Eifelvereins Koblenz in die romantische Bergstadt Marburg. Bereits die frontale Zufahrt im Lahntal auf die aus der Flussebene emporwachsende Häuserfront und das mächtig auf dem Berggipfel krönende Landgrafenschloss ließen erahnen, was die Besucher erwartet. Einleitend begann für zwei Gruppen der gut zweistündige Rundgang mit sachkundiger Führung in der Elisabethkirche, die ab 1235 über dem Grab der Heiligen Elisabeth von ihrem Schwager Konrad, Landgraf und Hochmeister des Deutschen Ritterordens, errichtet wurde. Sie zählte alsbald neben Rom, Jerusalem und Santiago de Compostela zu den bedeutendsten Wallfahrtsstätten des Mittelalters. Elisabeth, bereits 24-jährig verstorben und schon vier Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen, war eine der bedeutendsten Frauen des Mittelalters. Auf dem Marktplatz rief 1248 Sophie von Brabant, eine Tochter Elisabeths, das bisher zu Thüringen gehörende Land Hessen aus. Filigran aufstrebende Strebepfeiler im Wechsel mit kunstvoll verglasten Fenstern bestimmen das Äußere der Hallenkirche; im Innern dominieren vor allem der vergoldete Schrein der Elisabeth, die Grablege der hessischen Landgrafen, wertvolle Altäre, Skulpturen und ein Barlach-Kruzifixus.

Das sakrale Bauwerk, frühestes kunstgeschichtliches Zeugnis rein gotischer Baukunst östlich des Rheins, verlassend begann der Aufstieg in die Oberstadt. Immer wieder bestaunten wir das Ensemble der fachgerecht sanierten Sandstein- und Fachwerkfassaden, beruhend auf einer gelungenen und preisgekrönten Altstadtsanierung.

„Viele Städte haben eine Universität, Marburg ist eine“. Die Alma mater Philippina 1527 von Landgraf Philipp dem Großmütigen gegründet, war die erste protestantische Universität. Diese hat Weltruf. Mit ca. 20 000 Studenten und 4000 Universitätsbediensteten stellt sie einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor dar. Berühmte Absol-venten, darunter mehrere Nobelpreisträger wären hier zu nennen. Stellvertretend für viele seien genannt: Emil von Behring, der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen, der Chirurg Ferdinand Sauerbruch, der Polarforscher Alfred Wegener, der Philosoph Martin Heidecker, Otto Hahn u. a. m.

Auf dem Marktplatz, dem zentralen Mittelpunkt der Altstadt, genossen wir den Blick auf das spätgotische Rathaus genauso wie das rege Stadtleben. Unzählige Treppenstufen und steile Gassenläufe forderten uns, um den Aufstieg zum Schloss zu meistern. Die bereits um 1000 gegründete Burganlage, heute gotische, Renaissance- und Barockanlagen repräsentierende Schlossanlage, gibt Zeugnis einer über 1000-jährigen Geschichte. Sie ist heute im Besitz der Universität.

Unter der reichhaltigen Gastronomie fand jeder das für ihn passende und verlockende Angebot -leider witterungsbedingt nicht im Freien- oder man vergnügte sich beim Shopping. Die Heimreise führte uns die Autobahn verlassend durch das vielen Wander-freunden-/innen bestens bekannte Gelbachtal bis zur Abschlusseinkehr ins Landhotel Weinhaus Treis in Weinähr. Wie immer verging dort bei dem für jeden Geschmack sich bietenden Angebot an Speis und Trank die Zeit wie im Sauseschritt. Mit Dankesworten der Vorsitzenden Uschi Mahlert an den Organisator Kulturwart und Wanderführer Manfred Kaiser und den überaus besonnen und geschickt rangierenden Fahrer des Reisedienstes Kröber fand die Fahrt einen nachhaltigen Abschluss.

Manfred Kaiser

 

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