• Landau_HP

Zu unserem diesjährigen Herbstausflug lockte die drittgrößte Stadt der Pfalz mit ihrer wechselhaften Geschichte. Diese und noch vieles mehr erfuhren wir während einer interessanten Stadtführung.

 

 

Herbstbusfahrt des Eifelvereins Koblenz nach Landau am 23. 09. 2017

Bei herrlichem goldenen Septemberwetter erreichten wir pünktlich unser Ziel Landau in der Toskana Deutschlands, wo die Stadtführerin Frau Schröer-Hemmler in unseren Bus stieg zur Rundfahrt über die boulevardartigen Ringstraßen. Damit gewannen wir vorab einen informativen Eindruck von der Garten- und Festungsstadt und größten Weinbaugemeinde Deutschlands. Einen der ersten nachhaltigsten Eindrücke vermittelte die Stadtführerin uns an der von Hermann Goerke 1905-1907 erbauten und vom Ziegelindustriellen August Ludovici gestifteten Jugendstil-Festhalle mit ihrem reichen Skulpturenschmuck. Vergleichende Ähnlichkeit drängte sich auf mit den figuralen Ornamenten unseres Denkmals am Deutschen Eck. Trotz großer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hatte diese Halle keinerlei Bomben-schäden erlitten.
Vorbei an prächtigen Villen der Gründerzeit und wiederum schmucken Jugendstilfassaden erfuhren wir Wissenswertes über die einst vom Festungsbaumeister Vauban unter Ludwig XIV. als eine der stärksten Festungen der Christenheit erbauten Anlage und damit ein Vorposten Frankreichs im Reichsgebiet. Viele Jahrzehnte französisch, wurde die Pfalz und damit Landau nach dem Wiener Kongress 1815 bayrisch. Die Wappen des bayrischen Königs Ludwig I. sind noch allgegenwärtig an Hausfassaden im Stadtbild erhalten. Erst 1871 nach dem gewonnen Krieg Preußens gegen den „Erbfeind“ Frankreich konnte mit Schleifung der Fes-tung ein großzügiges Stadtbild geplant und geschaffen werden, wovon die prächtigen Villen der durch Weinhandel reich gewordenen Bürger beeindrucken. Die Gräben wurden zugeschüttet, es entstanden rund um die Stadt idyllische Parks, durchzogen von dem kleinen Flüsschen Queich.
Der Stadtrundgang führte uns zunächst zum sog. Galeerenturm, einem Relikt der ehemaligen Burg, später Gefängnis für Militärsträflinge, die bekanntlich auf die Galeeren geschickt wurden. Am restaurierten französischen Tor entdeckten wir im Tympanon, dem flachen Giebeldreieck das Antlitz des Sonnenkönigs mit Inschrift „Nec pluribus impar“ („auch mehreren gewachsen“). Eine himmlische Ruhe empfing uns im Kreuzgang der Augustinerkirche, einer dreischiffigen gotischen Basilika. Im Frank-Loebschen Haus überraschte uns das eindrucksvolle Atrium, dessen zwei-geschossige umlaufende hölzerne Galerien uns einluden emporzusteigen. Im 19. Jahrhundert war das Anwesen Wohnhaus des Urgroßvaters von Anne Frank. In der 1344 für die Gemeinschaft der Beginen errichteten dreischiffigen Anlage erweckten die teilweise gut erhaltenen mittelalterlichen Fresken unsere Aufmerksamkeit. Nach den vielen hier nur punktuell aufgelisteten Sehenswürdigkeiten endete unsere Stadtführung auf dem mit üppig beschickten Marktbuden und einer wimmelnden Menschenmenge überfluteten Rathausplatz mit dem Reiterstandbild des Prinzregenten Luitpold von Bayern in der Platzmitte.
Hier fand die Gruppe vollgestopft mit so vielen Eindrücken und Informationen reichlich Gelegenheit, bei gutem Essen und hervorragenden Pfälzer Tropfen (wenn nicht hier!)sich zu erholen und das quirlige Treiben bei einem blauen Himmel zu geniessen.
Nach der nicht zu missenden obligatorischen Schluss-einkehr fanden wir uns im schon bestens bekannten Hildegardishof in Bingen-Büdesheim bei guter Speise und Trank ein, bevor die Reise zu Ende ging. Mit Dank an den umsichtigen Fahrer und den Organisator der Fahrt Manfred Kaiser verabschiedete unsere Vorsitzende Hildegard Nunez die froh gestimmte Reisegruppe.

                                                                                                                                             Manfred Kaiser

  • busf1
  • busf2
  • busf3
  • busf4
  • busf5
  • busf6
  • busf7
  • busf8

Fotos: Uschi Mahlert